Thomas Vittner

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12.02.2020
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Die meisten Menschen, die sich für Börse oder Aktien interessieren, nähern sich dem Thema aus der Sicht eines Anlegers. Das bedeutet, sie wollen Aktien kaufen diese über mehrere Monate wenn nicht Jahre hin halten.

Doch irgendwann wenn man ein wenig über dieses Thema nachliest und sich ein arbeitet, stößt man auf etwas dass man bisher nicht kannte: Trading oder Daytrading. Genau genommen müssten wir an dieser Stelle einen Unterschied machen, ob wir nun von einem Trader oder von einem Daytrader sprechen.

Denn ein Daytrader ist jemand, der in der Regel seine offenen Trades nicht über Nacht hält. Damit handelt ein Daytrader kurzfristig wobei es kurzfristig nun noch zu definieren gilt. Was wir später tun werden. Denn auch ein Trader, der seine Wertpapiere über mehrere Tage, Wochen oder Monate hält agiert im Gegensatz zu einem Anleger kurzfristig.

Daytrader sind also Menschen, die normalerweise im Laufe eines Handelstages mehrere Börsengeschäfte ausführen. Dabei haben Sie, wie wir bereits gesagt haben, eine Haltedauer von wenigen Stunden oder sogar Minuten. Im Extremfall halten Daytrader eine Position auch nur wenige Sekunden, wobei wir hier dann beim klassischen Scalping angelangt sind.

Doch verlieren wir uns hier nicht zu sehr in der Begriffsdefinition. Für den Anfang ist es wichtig zu verstehen, dass ein Trader, egal wie lange er nun positioniert ist, einen anderen Zugang hat zum Thema Börse als ein Anleger. Trader interessieren sich nur für die Kursveränderung und wollen diese Nutzen.

Sie kümmern sich nicht um Fundamentaldaten, sie kümmern sich nicht um wirtschaftliche Zusammenhänge und sie interessieren sich in der Regel auch nicht für die Unternehmen die sie traden. Was Sinn macht, weil es vom wesentlichen (Kursveränderung oder Volatilitäten) ablenken würde.

Als ich mit Börse begonnen habe, was nun schon 20 Jahre her ist, wusste ich auch nicht, dass es so etwas wie Trading überhaupt gibt. Als ich irgendwann entdeckte, dass man Aktien auch kurzfristig handeln kann, begann ich natürlich nachzuforschen, was es mit dieser Technik auf sich hat. Rasch stieß ich auf viele kritische Aussagen zum Thema Trading. Es sei etwas für Verrückte. Für Zocker. Trading könnte niemals Funktion, weil die Märkte effizient sind.

Nun kann man über die Effizienz der Märkte durchaus geteilter Meinung sein. Fakt ist auch in den heutigen Kursverläufen finden wir immer wieder Blasen, Zusammenbrüche oder einfach Übertreibungen. Das kann Einzelaktien genauso betreffen wie den gesamten Markt. Und deswegen ist es schwierig, zu argumentieren, dass die Märkte effizient sind.

Es ist schon richtig, dass die Effizienz der Märkte zunimmt in den letzten Jahren. Das liegt sicher an verschiedenen Algorithmen und Computern, die heute den Großteil des Börsenhandels übernommen haben. Von einer gänzlichen Effizienz zu sprechen, halte ich doch für sehr gewagt. Denn es gibt tatsächlich statistische Effekte, die man messen kann. Und ein Trader, egal welchen Handelsansatz er nun praktiziert, macht sich diese Effekte zunutze.

Im Trading geht es nun nicht darum, die Kurse vorherzusagen - denn das kann niemand - sondern es geht darum, sich einen Vorteil den anderen Marktteilnehmern gegenüber zu sichern. Damit muss ich als Trader ein gutes Timing an den Tag legen. Und zwar aus statistischer Sicht. Wo wir bei einer der wichtigsten Grundvoraussetzungen für erfolgreiches Trading angelangt sind.

Eines ist sicher: beim Trading und an der Börse gibt es keinen heiligen Gral. Letztlich führen viele Wege nach Rom. Natürlich gilt das auch für Anleger, aber gerade beim Trading ist es leider so, dass viele dieses Geschäft total unterschätzen. Trading muss und kann man lernen. So wie alles im Leben. Doch das geht nicht von heute auf morgen. Beginner wischen diese Gefahr beiseite. Ein Trading Konto ist rasch eröffnet. Etwas Geld ebenso schnell ein bezahlt. Und dann beginnt man zu traden ohne das nötige Wissen zu haben.

Doch anders als in unserem klassischen Beruf, gibt es an der Börse keine Schonfrist. Von Anfang an müssen Sie sich mit den klügsten und erfahrensten Marktteilnehmern der Welt messen. Und die warten nur darauf, Ihnen als Beginner das Geld aus der Tasche zu ziehen. Als Anfänger haben sie zunächst ihre Hausaufgaben zu machen. Sie müssen sich Fachwissen aneignen und dabei behutsam vorgehen.

Empfehlenswert ist, wenn sie sich zu Beginn auf eine bestimmte Anlageklasse konzentriert. Beispielsweise kann man Aktien einfach traden. Einfach bedeutet nun aber nicht, dass man hier rasche und leichte Gewinne macht. Einfach bedeutet, dass diese Märkte einem Beginner sehr entgegenkommen. Das beginnt dabei, dass die Aktien Börsen über Nacht geschlossen haben. Damit kehrt etwas Ruhe in den Handel. Man kann sich bei geschlossenen Märkten auf den nächsten Trading Tag besser vorbereiten. Und man sollte keineswegs als Beginner im Daytrading agieren. Haltedauer von mehreren Tagen oder vielleicht sogar Wochen sind für einen Einsteiger mit Sicherheit nicht falsch.

Kann man also Trading, wie in der Überschrift angeführt, kostenlos lernen? Ja – aber lautet die Antwort. Denn ohne Geld in die Ausbildung zu investieren, wird man ab einem gewissen Grad auf der Stelle treten. Basiswissen bekommt man heute kostenlos. Im Internet gibt es zahlreiche Quellen, wo man gutes Know-how für Einsteiger erhält. Aber wenn man den Weg zum Profi weiter gehen will, wird man wohl oder Übel ein wenig Geld in die Hand nehmen müssen. Denn letztlich erspart eine gute Trading Ausbildung Geld, weil man sich damit so manchen unnötigen Börsenverlust erspart und das Geschäft rascher lernt.

Lassen Sie uns an dieser Stelle ein kurzes Fazit über Trading ziehen: Trading ist ein Beruf. Wenn man einen Beruf ergreift, muss man diesen lernen. Und das dauert mehrere Jahre. An der Börse ist es nichts anderes. Über Nacht reich wird man dabei nicht. Aber das soll auch nicht das Ziel des Traders sein. Im Trading kann man sich ein beständiges Zusatzeinkommen erwirtschaften. Damit das funktioniert, muss ich von Anfang an als Trader die richtigen Maßnahmen ergreifen. Ich muss mich weiterbilden, ich muss mich interessieren für dieses Geschäft. Und ich darf nicht nur ans Geldverdienen denken. Geld verdient man dann, wenn man als Trader sauber arbeitet. Wenn man seine Trades sauber ausführt. Wenn man ein Regelwerk findet, das funktioniert.

Weitere Informationen über Trading finden Sie in diesem Beitrag (Was ist Daytrading), wo wir einerseits definieren, was Trading eigentlich ist und was es vom klassischen Investment unterscheidet. Andererseits sprechen wir in diesem Artikel wichtiges Basis Grundlagenwissen überaktives Trading an.