Markus Wenczel

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27.05.2020

50 % Wachstum 2019 im Lieferservicebereich.

Akuteller Kurs: 36,86EUR

In Österreich schwächelt der Markt mit Schnellimbissen. In der Branche wird die Registrierkassenpflicht dafür verantwortlich gemacht.

Das Ergebnis der Studie überrascht sogar die Experten: In Österreich schrumpft der Markt für Fast-Food. Laut dem jüngsten "Branchenradar" des Consultingunternehmens Kreutzer Fischer & Partner ist der Umsatz mit Schnellimbissen im vergangenen Jahr unerwartet gesunken. Und dies erstmals seit Beginn der Erhebungen im Jahre 2007.

"Steht der heimische Fast-Food-Markt vor einem Umbruch?", fragen die Verfasser der Studie. Ihre Antwort: Das stete Wachstum der Branche sei jedenfalls vorbei. Obwohl die Preise im Durchschnitt um mehr als drei Prozent gestiegen seien, habe es beim Umsatz ein Minus von 0,8 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro gegeben.

Allerdings: Vom Umsatzrückgang waren nur zwei Betriebstypen betroffen. Zum einen die klassischen Würstelstände und Imbissbuden - hier gab es ein Minus von 5,2 Prozent. Verlierer waren auch so genannte Ethnik-Imbisse, also beispielsweise Kebabstände oder Imbisse mit asiatischen Snacks. Sie mussten Umsatzrückgänge von 8,1 Prozent hinnehmen.

Die Systemgastronomie (beispielsweise Burger-Ketten) schaffte hingegen ein schwaches Umsatzplus von 1,2 Prozent.

Opfer der Registrierkassenpflicht

Aber warum das generell flaue Geschäft mit Fast-Food? Die Experten von Kreutzer Fischer & Partner sehen im Wesentlichen zwei Gründe: Einerseits sank die Anzahl der Imbisse "substanziell". Im Jahr 2016 reduzierte sich die Zahl der Betriebsstätten um 5,9 Prozent auf 1540 Standorte. Als Hauptgrund für die Betriebsschließungen wird branchenintern die Einführung der Registrierkassenpflicht ins Treffen geführt.

Die Studienautoren führen aber auch eine zweite Ursache an: die extrem rasch wachsenden Gastro-Lieferdienste: Der Umsatz mit "Home Meal Replacement" (Zustellung und Abholung von fertigen Speisen in der Gastronomie) wuchs im vergangenen Jahr um nahezu 50 Prozent. Insgesamt wurden im Jahr 2016 mit Gastro-Lieferdienst und abgeholten Speisen 930 Millionen Euro umgesetzt. Das entspricht bereits fast dem Niveau des Fast-Food-Marktes. Das Geschäft boomt insbesondere in ländlichen Regionen.

Lieferdienste boomen

Die Systemgastronomie schaut diesem Treiben im Großen und Ganzen tatenlos zu, heißt es in der Studie. Man setze mehr auf Individualität, weil man in der wachsenden Anzahl von Burger-Restaurants die größere Gefahr sehe.